27.Juli 2017

Nach dem Ausflug vom letzten Jahr in Südfrankreich strebten wir auch diesen Sommer einen Reiseflug mit dem Motorsegler an. Unter dem Motto «ab in den Süden» flüchteten wir Ende Juli aus dem kaltnassen Sommereinbruch in die sonnige Mittelmeerregion.

Die allgemeine Richtung legten wir im Frühling fest, wo wir uns auf Korsika einigten. Bei der Detailplanung im Juni wurde die Route über Sardinien nach Elba erweitert.
Neben dem Erstellen der Flugpläne und Zollanmeldungen gehörte dieses Mal auch das Bereitstellen der Schwimmwesten zur Vorbereitung. Aber auch das wechselhafte Wetter beschäftigte uns bereits während der Planung: Um möglichst flexibel handeln zu können, bereiteten wir unterschiedliche Routen und Tagesabläufe vor. Somit buchten wir die Hotels auch erst ein bis zwei Tage im Voraus, je nach Wetterentscheid.
Wir hatten aber das Wetterglück auf unserer Seite und konnten während 6 Tagen das volle Programm abfliegen.

Die Reise in den Süden verlief relativ unkompliziert: Über Schaffhausen drehten wir die Nase in Richtung «Süd» und genossen das immer besser werdende Wetter, welches einen Überflug der Alpen problemlos ermöglichte. Nach dem Zwischenstopp in Locarno bildeten sich auf dem Weg nach Genua die ersten Schweissperlen auf der Stirn. (Sonne, heisse Temperaturen, und aufgrund der Luftraumstruktur von Mailand ist die Po-Ebene nur im Tiefflug passierbar.)
Nach dem Mittagessen im Terminal von Genua machten wir uns mit den Schwimmwesten vertraut und wagten den rund einstündigen Sprung über das Wasser. Das GPS erwies sich dabei als treuer Helfer, da man auch mit viel Fantasie leider keine Fernrichtpunkte zur Navigation im Meer findet.
In Korsika (Calvi) setzten wir erstmals einen Tag Ferien ein, bevor die Reise über Figari weiter nach Sardinien ging. Ein Tiefdruckgebiet über Frankreich bereicherte uns für die nächsten drei Tage mit einem grosszügigen Westwind. (Hilft im Flugzeug aber nichts gegen die Schweissperlen)

MarinaDiCampo klein

Nach einer gut italienischen Pizza und einem Marktbesuch in Olbia zogen wir bereits am nächsten Tag weiter mit der Nase Richtung «Nord». Ohne Zwischenstopp flogen wir über die Ostküste von Korsika, an den sicht- und riechbaren Waldbränden vorbei nach Elba. Auf der Insel setzten wir wieder einen Tag Ferien ein, welchen wir mit Strandbesuchen und Problembehebungen am Kühlwassersystem verbrachten. Sonnengebräunt und mit vollem Kühlwassertank setzten wir unsere Reise fort, mit dem Zwischenziel Locarno. Das Wetter in der Schweiz erlaubte aber keine grosse Bade- und Pizzapause. Nach dem Tanken wurden die Badehosen durch lange Hosen ersetzt und wir nahmen die letzte Strecke in Angriff, welche einen Temperatursturz von gut 15°C mit sich trug.

Während unserer Reise profitierten wir sehr von unserer Planung in Varianten, um auf möglichst alles vorbereitet zu sein. Die nötige Gelassenheit darf jedoch nicht vergessen gehen, da z.B. die italienischen Arbeitskräfte ein scheinbar anderes Arbeitstempo und Zeitgefühl haben als wir.
Es lohnt sich aber auf alle Fälle, eine solche Reise zu planen und durchzuführen! Die Zeit zum Entspannen ist bei solchen Ausflügen relativ rar, dafür wird man mit einer unglaublichen Dichte an Erlebnissen und Abenteuern beschenkt.

Video Korsika playFilmzusammenschnitt der Erlebnisse


An dieser Stelle einen ganz herzlichen Dank an alle, die uns vor und auch während unserer Reise unterstützt haben!

Berichterstattung: Roman Baumer / Simon Hug