7. August .2016
Schon lange suchte ich nach einer Gelegenheit, selbstständig mit einem kleinen Motorflugzeug in die Ferien zu reisen. Durch die Pilotenausbildung durfte ich die notwendigen administrativen Kenntnisse erlangen und suchte nach dem passenden Zeitpunkt. Nach einer kurzen Umfrage im Freundeskreis habe ich einen spontanen Copiloten aus der Pilotenklasse gefunden, welcher sich zu einem Ausflug nach Cannes begeistern liess. Für eine Reise zu zweit bot sich die SuperDimona als ideales Reiseflugzeug an.

Der Start erfolgte am 26.Juli um 08:00 auf dem Schmerlat, nachdem alle Checkpunkte durchgesprochen wurden. (Ja nichts vergessen!). Nach einem kurzen Zoll- und Kaffeestopp in Grenchen zogen wir weiter nach Südwesten über den Lac Léman. 

Der zweite Zollstop für die Einreise in Frankreich erfolgte in Chambery, wo die erste Überaschung auf uns wartete. Jedoch im positiven Sinne. Das Display Team der Französischen Luftwaffe, die Patrouille de France, hatte sich wohl gleich wie wir entschieden, in Chambery eine Mittagspause einzulegen. Nach der Pause wieder auf dem Weg zur Piste drängelten sich die neun Alpha-Jets noch vor uns durch, was sich jedoch nach der ersten Aufregung ebenfalls als Vorteil für uns entpuppte. Denn so ein farbenfroher Überflug der Patrouille de France von der besten Position aus (mitten auf der Piste) zu erleben, passiert einem ja auch nicht alle Tage.

Auf dem letzten Abschnitt nach Cannes lag die Konzentration hauptsächlich beim Wetter. Die Alpen waren durch zahlreiche Wolken überdeckt und einzelne Gewitterzellen bauten sich in der Region Alpe d’Huez und Lac de Serre-Ponçon auf. Nichtsdestotrotz gelang es uns auf den letzten paar Kilometern in der Region Puimoisson den Motor abzustellen, und die SuperDimona als Segelflugzeug zu betreiben. So segelten wir 20 Minuten weiter in Richtung Cannes und kreisten zwei, drei Mal mit den südfranzösischen Vögeln im Aufwind. 

 segelflug


In Cannes angekommen hiess es tanken, putzen, Flugzeug am Boden festbinden und wetterdicht machen. Mit dem Taxi fuhren wir dann direkt vom Flughafen aus an der Küste entlang zum Hotel in der Nähe der Innenstadt. Bei bestem Wetter konnten wir nun den Modus „Fliegen/ Organisieren“ ausschalten und in die Ferien an der Côte d’Azur einsteigen.

Der Rückflug wurde ebenfalls von Komplikationen grösstenteils verschont. Einzig ein Flugplan ging bei den Franzosen auf unbekannte weise verloren. Doch auch dieser konnte vor dem Flug per Funk von einer hilfsbereiten Fluglotsin in Chambery neu aufgezogen werden. Nach einem weiteren Zoll- und Koordinationsstopp in Birrfeld landeten wir auf die Minute genau auf dem Schmerlat, wo die Modellflieger des Swiss Akro Pokal eine Pause in ihrem Training für uns einschoben.

Der Ausflug war ein voller Erfolg mit vielen positiven Erlebnissen. Mit der entsprechenden Vorbereitung kann ich diese Art des Reisens wärmstens weiterempfehlen.

Berichterstattung: Roman Baumer